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Im Aostatal wächst der Wein nah am Himmel.
Das Aostatal ist Italiens kleinste Anbauregion. Dass es mal zu Frankreich gehörte, verkünden noch heute viele der Namen. Den Winzern macht es die alpine Natur hier oben nicht leicht, doch mit Hilfe uralter Rebsorten gelingen Weine, die selbst Kenner verblüffen. Der Vin Blanc de Morgex wächst beispielsweise auf 1.100 m Höhe.
Besiedlung und Weinbau des Aostatales folgen dem Flusslauf der Dora Baltea. Die Ausdehnung des oberen und mittleren Tal-Abschnitts beträgt von West nach Ost etwa 60 Kilometer. Nach dem Flussknie bei St. Vincent erstreckt sich in Nord-Süd Richtung das untere Tal: die Zone des Nebbiolo, der hier Picoutener heisst.
Das Klima ist im ganzen Tal durch trockene, heisse und relativ kurze Sommer geprägt. In Morgex, 20 Kilometer vom Montblanc entfernt, dauert die gesamte Vegetationsperiode nur von Anfang Mai bis Mitte September. Typisch für das Aostatal sind sandige Böden mit geringer Tiefe.
Im Aostatal gibt es insgesamt 6 genossenschaftlich organisierte Weinkellereien, mit einer Rebfläche von 50 Hektar. Daneben gibt es 30 private Erzeuger, die sich als kleine Weinproduzenten im Verband Viticulteur Encaveur zusammengeschlossen haben. Die Produktion der sog. kleinen Weinproduzenten reicht von 150.000 Flaschen (Les Cretes di Costantino Charrere) bis 1.700 Flaschen.
Alle Weine, die wir bislang aus den verschiedenen Gebieten getrunken haben, sind unserer Meinung nach ausgezeichnet
Aufgrund unserer Weineinkäufe können wir folgende Empfehlungen geben:
Winzergenossenschaft Caves cooperatives de Donnas mit der e-mail donnasvini@tin.it. Dort haben wir den Rotwein Donnas DOC eingekauft der zu 85 % aus der Nebbiolo Traube besteht. Die Flasche kostet, je nach Jahrgang, von 4,50 bis über 10 Euro.
Winzergenossenschaft La Kiuva in Arnad, Tel.: 0125 966 351. Dort haben wir den Rotwein Arnad-Monjovet DOC eingekauft, der zu 70 % aus der Nebbiolo Traube besteht. Die Flasche kostet hier bis zu 8 Euro.
Privaterzeugerin Gabriella Minuzzo, Challand St. Victor, Ortsteil Sizan, Tel.: 328 90 71 209 (mobil) e-mail gabriella.minuzzo@migrazioni.net. Dort haben wir den Rotwein Rabec eingekauft (verschiedene Traubensorten), der auf 700 m Höhe heranreift. Preis 5 Euro je Flasche. Vom dort produizerten Grappa haben uns zwei Sorten gekauft: auf Basis Zimt (lieblich) und auf Basis von Apfel (kräftig). Beide sind sehr lecker. Der Betrieb Minuzzo wurde auch in der Zeitschrift Wein Gourmet, Ausgabe 3/2003 September/Oktober im Rahmen einer Reportage über die Weine des Aostatales erwähnt.
Privaterzeuger Dino Bonin in Arnad, Ortsteil Pied de Ville,15, Tel.: 0125 96 60 67 oder 0125 61 26 60, mobil: 338 30 53 476.
Dieser Betrieb wurde 1973 vom Vater Cesarino gegründet und 1987 vom Sohn Dino übernommen. Es werden 2,5 ha kultiviert, die sich alle in der Gemeinde Arnad befinden. Das Gebiet ist sehr sonnig und es herrscht ein angenehmes und mildes Klima, das dem Weinanbau zugute kommt. Seit 1997 werden auch qualitativ hochwertige Grappa hergestellt. Der Verkauf erfolgt dierekt von der Weinkellerei oder in guten Geschäften der nahen Umgebung.
Dort haben wir folgende Weine eingekauft, die alle hervorragend geschmeckt haben:
Rotweine: Arnad Mont Jovet DOC (75 % Nebbiolo, 25 % Pinot Noir - 12 % Alkohol), Arnad Mont Jovet Superier DOC (80 % Nebbiolo, 20 % Pinot Noir - 12,5 %), Pinot Noir DOC - barrique, Pinot Noir DOC (13 %), Weissweine: Chardonnay Vendange Tardive DOC (Spätlese), Chardonnay DOC (13.5 % Alkohol), Müller Thurgau DOC (11,5 %). Bonin verkauft auch einen Pinot noir DOC, weiß vergoren. Dieser Wein hat die Farbe eines Rosè und schmeckt ausgezeichnet. Die Preise für eine Flasche gehen von 5 bis max. 8,50 €. Auch dieser Betrieb wurde in der Zeitschrift Wein Gourmet erwähnt.
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Am letzten Sonntag im Mai findet der Tag der offenen Tür - Cantine aperte - der Weinkellereien des Aostatales statt. Über 20 Weinerzeuger haben an dieser Veranstaltung teilgenommen.
Neben Weinproben wurden auch typische valdostanische Produkte angeboten, wie z.B. Salami, Lardo (Speck), typische Brotsorten, Honig, Marmelade und viele andere Dinge. Teilweise fanden auch musikalische Darbietungen statt.
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die kleinen Kellereien sich viel mehr bemühen, als die sogenannten Grossen.
Auf diese Weise haben wir eine neue Adresse entdeckt ,die wir in jedem Falle empfehlen können:
Azienda Vitivinicola Maison Vigneronne FreresGrosjean in Quart, Ortsteil Ollignan, Tel 0165 765704.
Der Betrieb ist nicht leicht zu finden, liegt aber landschaftlich in reizvoller Lage über dem Aostatal.
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Nachstehend eine Karte mit den verschiedenen Weinanbaugebieten im Aostatal
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.......und noch ein paar Informationen zum Wein im Aostatal
Die Bewohner des Aostatals haben ihre Weine «geschaffen», indem sie den Bergen durch die Anlage von Terrassierungen, die sich an den Felsen klammern und über den Abhängen unten im Tal «schweben», den Boden förmlich entrissen haben. Die charakteristisch schmeckenden Rotweine, Roséweine und Weissweine sind stark an diesen Boden gebunden, so dass der grösste Teil von ihnen die Anerkennung als Wein mit kontrollierter Herkunftsbezeichnung - wie «Vino Vallée d'Aoste» - erhalten hat. Neben diesen Weinen gibt es die Tafelweine, die «Vins du pays» genannt werden und vielleicht weniger «vornehm» sein mögen, die jedoch nicht weniger geschätzt werden.
Ursprünge und «Vaterschaft» des Weinanbaus in den Bergen verlieren sich in den Jahrhunderten zwischen Episoden aus der Geschichte und Erzählungen, die mündlich von einer Generation an die nächste weitergegeben wurden. Gewiss ist die seit jeher bestehende Sorgfalt für die Weinherstellung, die als ein sozial bedeutender Augenblick erlebt wurde und zu einem Teil der Kultur dieses Volkes, das den Bergen so viel «entreissen» und so viel von ihnen «ernten» musste, geworden ist.
Bei den Rotweinen beginnend finden wir bei einer genaueren Betrachtung der DOC-Weine den Donnas, dessen Rebsorten in den Gebieten der Gemeinden Donnas, Pont-Saint-Martin, Perloz und Bard angebaut werden. Zwei Jahre Lagerung in Eichenholz- oder Kastanienholzfässern für einen Wein mit leuchtend roter Farbe, mit granatfarbenen «Nuancen» und mit leicht bitterem Geschmack, der im Lauf der Jahre dazu neigt, einen leichten Mandelgeschmack anzunehmen. Man sollte ihn zu Käse (zu gereiftem Toma oder Fontina) kosten, doch er ist auch zu Fleisch und Wildbret zu empfehlen.
Wir wollen bei den Rotweinen DOC bleiben: Der Enfer d'Arvier «entsteht» in sonnigen Gebieten, auf der «adret» (rechten Seite) der Dora Baltea. Er ist intensiv granatfarben mit einem «Bukett», das an Wildrosen erinnert. Im Geschmack ist er samtig und gleichzeitig trocken mit einem zartbitteren Schuss. Dieser Wein für alle Gänge passt ausgezeichnet zu Fleisch.
Der Donnas und der Enfer d'Arvier haben als erste unter den Weinen des Aostatals die Anerkennung DOC erhalten. Danach, stets unter den Rotweinen, der Gamay. Ein wohlklingender Name für einen Wein, der in vielen Ortschaften des Tals vorkommt. Er ist charakteristisch aufgrund seines fruchtigen Geschmacks und er erhält eine sechsmonatige Lagerung in Fässern, die ihm eine flammend rote Farbe verleiht. Er ist zu Antipasti aus dem Aostatal zu empfehlen, wird aber auch zu Gemüsesuppen und zur Fonduta geschätzt.
Intensiv rubinrot ist auch der Chambave Rouge, den man in den Gebieten von Chambave, Saint-Vincent, Pontey, Châtillon, Saint-Denis, Verrayes und Montjovet gewinnt. Ein Wein für alle Gänge, den man gut zu Fleischgängen reichen kann. Ausgezeichnet passt er zu der seupetta alla cogneintse und der zuppa alla vapellinentse.
Der Nus Rouge (Nus, Verrayes, Quart, Saint-Christophe und Aosta) hat einen intensiven, trockenen und leicht grasigen Geschmack. Er wird in Bottichen aus Kastanienholz zu Wein gemacht und er «vermählt sich» auf der Tafel mit Suppen und typischen Gerichten der Gastronomie des Aostatals.
Eine leuchtende Farbe, ein ins Rubinrot neigendes Rot, hat der Arnad-Montjovet. Ein Jahr in Fässern aus Eichen- oder Kastanienholz lagert ein Wein, dessen Trauben in den Gebieten von Arnad, Hône, Verrès, Issogne, Challand-Saint-Victor, Champdepraz und Montjovet angebaut werden. Sein leuchtendes Rot erinnert an Amarellen und sein Geschmack ist im Hintergrund leicht bitter. Er ist zu Suppen zu empfehlen und passt besonders gut zu Speck und ebenso zu Gerichten mit Zicklein und Schweinefleisch.
Sechs Monate in Holzfässern für den Torrette und acht Monate für den Torrette Superiore, die beiden Rotweine aus den Gebieten von Quart, Saint-Christophe, Aosta, Saint-Pierre, Sarre, Charvensod, Gressan, Jovençan, Aymavilles, Villeneuve und Introd.
Der Torrette mit seiner flammend roten Farbe - ins Erdbeerrot tendierend bei der Sorte «Superiore» - ist ein Wein für alle Gänge. Er wird sowohl zu Antipasti mit Wurstwaren als auch zu Suppen empfohlen und er passt auch ausgezeichnet zu gereiften Käsesorten.
Unter den «Charakteristischen» der Pinot Noir: sechs Monate in Fässern für eine Weinherstellung «in rot» und drei Monate Lagerung für eine Weinherstellung «in weiss». Ein Wein mit rubinroter Farbe und einem prägnanten Geruch. Er ist trocken, erinnert ein wenig an Likörwein und passt ausgezeichnet zu Fleisch in civet und zu Wurstwaren. Die «Varietät» in weiss ist zu Aperitiven oder zu Fisch zu empfehlen.
Ein intensives Rot und ein würziger Geruch für den Fumin, dessen Herstellung sich vor allem im Media Valle (Mittleres Tal) konzentriert. Er ist trocken und leicht bitter und vor allem zu gereiften Käsesorten, zu Fleisch und zu Wurstwaren zu empfehlen.
Der Duft des Petit Rouge erinnert an die Wildrose. Dieser körperreiche Wein hat einen trockenen und warmen Geschmack. Er passt zu allen Gängen ausgezeichnet, wobei man ihn zu Gerichten mit Fontina oder zu Suppen vorziehen mag. Rosig und ausgezeichnet zu «schweren» Gerichten wie der vapellinentse und der peilò ist der Prëmetta.
Von den Rotweinen gehen wir zu den Weissweinen über. Mit niedrigem Alkoholgehalt, frisch und leicht spritzig ist der Blanc de Morgex et de la Salle, einer der «höchsten» Weine Europas: er «entsteht» in einer Höhe von 900 bis 1200 Metern und hat eine strohgelbe Farbe. Er eignet sich besonders zu delikat schmeckenden Antipasti. Er ist zu Fischgängen, aber auch - sehr kalt serviert - zu Fontina und Reblec zu empfehlen.
Der bernsteinfarbene Nus Malvoisie mit goldenen Reflexen ist auch als Pinot Gris bekannt. Drei Monate in Fässern für einen trockenen Weisswein mit intensivem Duft. Seine Trauben stammen aus den Gebieten von Nus, Verrayes, Quart, Saint-Christophe und Aosta. Er ist ein Wein, den man nach dem Essen trinkt, und als Dessertwein zu empfehlen.
Zum Abschluss der Mahlzeit eignet sich auch der Nus Pinot Grigio Passito. Der bernsteinfarbene Wein mit hohem Alkoholgehalt und Kastaniengeschmack passt fein zu Gebäck.
Das charakteristische «Bukett» des Muskatellers hat der Chambave Moscato Passito. Der goldgelbe, ins Kupferrot tendierende Wein passt zu Süssspeisen, insbesondere zu Keksen und zu «tegole».
Leuchtend strohgelb, im Geschmack trocken, aromatisch und mild ist der spritzige Chambave Muscat, der nicht nur gut zu Süssspeisen, sondern auch ausgezeichnet zu Aperitiven passt.
Zu den Weissweinen für den Aperitiv gehört auch der Müller-Thurgau, der für den Weinanbau und die Weinerzeugung des ganzen Aostatals charakteristisch ist. Er ist trocken und fruchtig und hat eine strohgelbe Farbe mit grünen Nuancen.
Der Chardonnay ist strohgelb und hat einen intensiven und fruchtigen Geruch. Es gibt von ihm eine Sorte «barrique», die in Eichenfässern gelagert wird. Er ist ausgezeichnet als Aperitiv und wird auch zu weissem Fleisch und zu Fisch empfohlen.
Drei Monate Lagerung für den Petite Arvine, einen aussergewöhnlich milden Wein. Er ist in der Farbe grünlich und hat den charakteristischen Geschmack der Gebirgsblumen.
Ein Wein für die Meditation ist der Pinot Gris, also ein Wein für «ausserhalb der Mahlzeiten», der trotzdem gut zu Antipasti und besonders gewürzten Gerichten passt.
Quelle: Welcome to Italy
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